Tau


Tau

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1Tau [tau̮], der; -[e]s:
Feuchtigkeit, die sich meist in den frühen Morgenstunden in Form von Tröpfchen auf dem Boden, an Pflanzen u. Ä. niederschlägt:
am Morgen lag Tau auf den Wiesen.
Zus.: Morgentau, Nachttau.
  2Tau [tau̮], das; -[e]s, -e:
starkes Seil (besonders auf Schiffen):
ein kräftiges, dickes Tau; ein Tau auswerfen; er hielt sich an den Tauen fest.
Syn.: Strick.
Zus.: Haltetau, Schiffstau, Schlepptau, Stahltau.

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Tau1 〈n. 11dickes Seil [<mnddt. touwe „Werkzeug, Webstuhl“]
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Tau2 〈m. 1; unz.〉 wässriger Niederschlag während der Nacht an der sich abkühlenden Erdoberfläche ● der \Tau fällt; der \Tau hängt (noch) an den Gräsern; vor \Tau und Tag vor Tagesanbruch, sehr früh am Morgen [<mhd., ahd. tou, engl. dew; zu aind. dhavate „rennt, fließt“ <idg. *dheu- „wirbeln, blasen, rauchen“]
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Tau3 〈neugrch. [tạf] n. 15; 〉 19. Buchstabe des grch. Alphabets

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Tau [19. Buchstabe des griech. Alphabets]: als Buchstabe τ:
1) Formelzeichen für mittlere Lebensdauer, Relaxations- u. Abklingzeit, Schubspannung u. [Rein-]Transmissionsgrad, früher auch (statt δ) für die chem. Verschiebung;
2) Symbol für das Tauon
3) [Abk. für tele-] Lokant für das Ringstickstoff-Atom N-1 des Histidins.

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1Tau , der; -[e]s [mhd., ahd. tou, verw. mit Dunst]:
Feuchtigkeit der Luft, die sich im Allgemeinen in den frühen Morgenstunden in Form von Tröpfchen auf dem Boden, an Pflanzen u. a. niederschlägt:
es ist T. gefallen;
mit T. bedeckte Wiesen.
2Tau , das; -[e]s, -e [aus dem Niederd. < mniederd. tou(we) = Werkzeug, (Schiffs)gerät, Tau, zu: touwen (mhd., ahd. zouwen) = ausrüsten, bereiten, zustande bringen, also urspr. = Werkzeug, mit dem etw. gemacht wird]:
starkes Seil (bes. zum Festmachen von Schiffen o. Ä.):
ein kräftiges, dickes, starkes T.
3Tau , das; -[s], -s [griech. taũ]:
neunzehnter Buchstabe des griechischen Alphabets (Τ, τ).

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I
Tau,
 
1) Zeichen τ, Τ, der 19. Buchstabe des griechischen Alphabets.
 
 2) Formelzeichen: τ für Relaxations- oder Abklingzeit, mittlere Lebensdauer, Schubspannung.
 
 3) Physik: τ Symbol für das Tauon.
II
Tau
 
[althochdeutsch tou, verwandt mit Dunst] der, -(e)s, Bezeichnung für die Gesamtheit der an der Erdoberfläche, an Gegenständen oder Pflanzen abgesetzten Wassertropfen, die durch Kondensation des Wasserdampfs aus der umgebenden Luft entstehen. Man unterscheidet Advektions-, Strahlungs- und weißen Tau. Advektionstau bildet sich durch Kondensation vorbeistreichender feuchter und wärmerer Luft an kühleren Oberflächen. Strahlungstau schlägt sich bei Abkühlung der Luft (infolge Ausstrahlung) in wolkenloser oder -armer Nacht nieder. Weißer Tau entsteht durch nachträgliches Gefrieren von Tautropfen; eine Ablagerung bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ergibt Reif. Die Ergiebigkeit des Taus wird mit Taumessern (Drosometern) bestimmt, die das Gewicht der abgesetzten Flüssigkeit feststellen. In mittleren Breiten kann in einer Strahlungsnacht bis zu 0,5 mm Tau auftreten, in Wüstengebieten können es noch höhere Werte sein. Hier ist der Tau oft die einzige Wasserversorgung der Vegetation.
 
 
G. Hofmann: Die Thermodynamik der Taubildung (1955).
III
Tau
 
[mittelniederdeutsch tou(we), zu touwen »ausrüsten«, »bereiten«] das, -(e)s/-e, Tauwerk, seemännisch: Bezeichnung für ein kräftiges Seil unterschiedlicher Stärke aus Natur- oder Kunstfaser, Draht oder einer Kombination daraus.
IV
Tau,
 
Max, Schriftsteller, * Beuthen O. S. 19. 1. 1897, ✝ Oslo 13. 3. 1976; förderte als Cheflektor des Verlags von B. Cassirer deutsche und skandinavische Autoren, u. a. K. Hamsun, H. Stehr, Sigrid Undset, aber auch N. Kasantzakis. 1938 emigrierte Tau nach Norwegen, 1942 nach Schweden; ab 1945 Lektor in Oslo; norwegischer Staatsbürger. Sein eigenes Werk stellte er in den Dienst von Humanität und kritischer Vernunft beim Bemühen um Völkerversöhnung. 1950 erhielt er als erster Preisträger den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
 
Werke: Romane: Glaube an den Menschen (1948); Denn über uns ist der Himmel (1955).
 
Essay: Albert Schweitzer und der Friede (1955).
 
Autobiographisches: Das Land, das ich verlassen mußte (1961); Ein Flüchtling findet sein Land (1964); Auf dem Weg zur Versöhnung (1968); Trotz allem! Lebenserinnerungen aus 70 Jahren (1973).

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1Tau, der; -[e]s [mhd., ahd. tou, verw. mit ↑Dunst]: Feuchtigkeit der Luft, die sich im Allgemeinen in den frühen Morgenstunden in Form von Tröpfchen auf dem Boden, an Pflanzen u. a. niederschlägt: der T. funkelt auf dem Gras; es ist T. gefallen; T. liegt auf den Wiesen; er sah auf das Waldgras vor seinen Füßen. Den blinkenden T. an den Halmen sah er nicht (Strittmatter, Wundertäter 9); *T. treten (barfuß in taunassem Gras gehen [zur Anregung des Kreislaufs]); vor T. und Tag (dichter.; in aller Frühe): Wenn morgens vor T. und Tag, Punkt 5 Uhr 30 ... der Wecker klingelt (Spiegel 13, 1981, 236).
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2Tau, das; -[e]s, -e [aus dem Niederd. < mniederd. tou(we) = Werkzeug, (Schiffs)gerät, Tau, zu: touwen (mhd., ahd. zouwen) = ausrüsten, bereiten, zustande bringen, also urspr. = Werkzeug, mit dem etw. gemacht wird]: starkes Seil (bes. zum Festmachen von Schiffen o. Ä.): ein kräftiges, dickes, starkes T.; ein T. auswerfen, kappen; am T. (Turnen; Klettertau) klettern.
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3Tau, das; -[s], -s [griech. taũ]: neunzehnter Buchstabe des griechischen Alphabets (Τ, τ).

Universal-Lexikon. 2012.

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